100 Jahre Frauenwallfahrt in Germershausen

Am Sonntag, 3. Mai, feiern die Frauenverbände kfd (Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands) und KDFB (Katholischer deutscher Frauenbund) ein besonderes Wallfahrtsjubiläum. Der Gottesdienst zu 100 Jahre Frauenwallfahrt beginnt um 10 Uhr in der Wallfahrtskirche.

 

Im Jahr 1926 Anfang Mai feierten die Frauen des Untereichsfeldes erstmalig eine Wallfahrt in Germershausen, die zu anfangs wohl eine Ritawallfahrt war. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich die Frauenwallfahrt zu einem eigenständigen Wallfahrtstermin, zumeist am ersten Sonntag im Mai. Diese Tradition wird auch heute noch fortgeführt.

Marianne Jacoby schreibt in ihrem Buch „Die Wallfahrt Germershausen in Geschichte und Gegenwart“, dass sich die erstmalige Erwähnung der Frauenwallfahrt aus einer Eintragung in den Klosterchroniken vom 3. Juni 1951 ergibt. Der Eintrag lautete: „Die Frauenwallfahrt (25 Jahre) war mit etwa 1000 Frauen besucht.“ Die Frauenwallfahrt wurde so viele Jahre von den Augustinern in Germershausen begleitet. In späteren Jahren unterstützten Frauenseelsorger der Diözese die Frauenverbände bei der Gestaltung und Durchführung des Wallfahrtsgottesdienstes. 1977 wurde die Frauenwallfahrt erstmals unter ein Thema gestellt. Die Themengestaltung ist auch heute noch ein wichtiges Element bei der Organisation der Frauenwallfahrt.

Seit 2012 betreut Beatrix Michels, Frauenseelsorgerin i.R., die Frauenverbände bei der theologischen Gestaltung der Gottesdienste. Die Frauenwallfahrt ist seit 2021 eine Wallfahrt von Frauen für Frauen.  Die beiden Frauenverbände kfd und KDFB haben sich für dieses Format entschieden und möchten hiermit ihre Position für die volle Gerechtigkeit von Frauen und Männern in der Kirche zum Ausdruck bringen.

Beatrix Michels, Frauenseelsorgerin i.R., Gabriele Glahn-Jacobi (kfd), Elisabeth Bömeke (kfd) und Cornelia Kurth-Scharf (kfd) bilden aktuell das Organisationsteam für die Frauenwallfahrt. „Uns liegt der Erhalt der Frauenwallfahrt sehr am Herzen, denn der Wallfahrtsort „Maria in der Wiese“ ist für viele Frauen ein Ort, in dem sie sich verstanden fühlen“, berichtet Cornelia Kurth-Scharf, „denn die Muttergottes ist eine Weggefährtin, aus deren Lebenssituationen viele Frauen Parallelen finden und hierdurch wieder neue Kraft für sich schöpfen können.“

Im Jubiläumsjahr lautet das Thema: Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu! Dieser Vers stammt aus der Offenbarung des Johannes 21, Vers 5 und ist eine Zusage Gottes, Hoffnung und Erneuerung mitten in den Herausforderungen der Welt zu schenken. Diese Gedanken sind dem Organisations-team im Jubiläumsjahr sehr wichtig, da sich aktuell unsere heile Welt in Schieflage befindet, erläutert Kurth-Scharf.

Als Predigerin konnte das Team Schwester Philippa Rath gewinnen. Schwester Philippa ist Benediktinerin, Theologin und Buchautorin. 2023 erhielt Sie den Edith-Stein-Preis. Sie war außerdem Delegierte im Synodalen Weg. Im Anschluss an den Gottesdienst laden die Organisatorinnen alle Wallfahrerinnen und auch Wallfahrer zu einer Begegnung in das Feuerwehrgerätehaus in Germershausen ein.

Die Organisatorinnen hoffen, dass auch in den kommenden Jahren eine Frauenwallfahrt stattfinden kann. Hierzu ist jedoch Nachwuchs im Organisationsteam erforderlich. „Wir suchen interessierte Frauen, die sich in einer modernen Kirche wieder finden wollen und diese aktiv mitgestalten möchten“, sagt Kurth-Scharf. Interessentinnen können sich gern bei Cornelia Kurth-Scharf unter 0160 4670696 melden.